Veranstaltungen & Verkaufsmessen rund um den Würzburger Markt

Allerheiligenmesse / Herbstmesse

Allerheiligenmesse/Herbstmesse

Bereits 1227 wurde die zweitälteste Messe Würzburgs nach der Kilianimesse abgehalten. Damals bauten die fahrenden Händler und Kaufläute ihre Buden und Stände vor dem Dom zur Domstraße hin auf.

In der Festschrift, die 1977 zur 750-Jahr-Feier der Allerheiligenmesse erschien, berichtete der Chronist Dr. Hans Schreiber wir es früher auf der Messe zuging. Zwielichtiges Publikum hat den Behörden damals zu schaffen gemacht. „Eine müßiggehende Gesellschaft von ausländischen Fremden, sowie Manns- als auch Weibspersonen“ trieb sich auf der Messe herum. Sie versuchten, mit „verdächtigt falschen Würfeln-, Karten,- Riemenstechen-, Dreh- und anderen unzulässigen Spielen“ die Leute um ihr Geld zu betrügen. In kriegerischen Zeiten wie beispielsweise dem 30-jährigen Krieg war die Reise zur Messe für die Kaufleute und Handwerker nicht ganz ungefährlich. Auf der Fahrt und während des Aufenthaltes war ihnen der besondere Schutz des Königs zugesichert. Die wird feierlich in der Urkunde von 1227 bestätigt, mit der König Heinrich VII. Würzburg das „Recht auf Abhaltung der Messe“ erteilt. Heute wacht, so das Amt für öffentliche Ordnung, nachts ein Mann der Wacht- und Schließgesellschaft über die Stände und Buden am Markt. Über Verkehrsstaus stöhnen die Würzburger nicht erst in unserer Zeit. Der Chronist Schneider berichtet, dass früher der Besuch zur Allerheiligenmesse so groß war, dass sich die Fuhrwerke nur mit Mühe ihren Weg durch das Volk bahnen konnten.

Diskussionen über Ladenöffnungs- und Schlusszeiten gab es auch damals schon. Ein Erlaß legte fest, dass die Messe an Sonntagen erst von mittags ab zwölf Uhr geöffnet sein darf.

Angeboten wurden auf der Messe vor rund 700 Jahren vor allem Stoffe aus aller Herren Länder, Gewürze, Pelze, Leder, Flachs und Tran für Lampen. Handwerker wir Drechsler, Uhrmacher, Orgelbauer, Lebkuchenbäcker und Messerschmiede hatten Stände neben den Häfelesweibern mit ihren Töpfen aus Ton und Steingut.

Den alteingesessenen Geschäften in der Domstraße wurde im vorigen Jahrhundert das Messetreiben zu viel und die Stände wurden auf den Kürschnerhof um den Oberen Markt verlegt. 1872 zog die Allerheiligenmessen in die Juliuspromenade um. Ab 1972 hatte sie ein vorrübergehendes Domizil hinter dem Dom, bis sie später ihren heutigen, endgültigen Standort auf dem Marktplatz einnahm.

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